Der Umgang mit der AfD Kämpft um ihre Wähler!

Der Umgang mit der AfD. Kämpft um ihre Wähler! CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER.

Lustvoll zusammenrühren, was nicht zusammengehört: So läuft die Debatte über den Umgang der Union mit der AfD. Dabei wäre die Differenzierung zwischen der Partei AfD und ihren Wählern nötiger denn je. Nur sehr schlichte Gemüter können sich dauerhaft im Wohlgefühl suhlen, alles rechts der Union (oder am besten noch deren rechten Rand) pauschal zu Nazis zu erklären und sich moralisch überlegen davon abzuwenden.

An der radikalen Ausrichtung der AfD kann es keinen Zweifel mehr geben nach all den Jahren, in denen die Partei Irrlichter jenseits des demokratischen Spektrums wie den Thüringer Höcke nicht nur duldet, sondern als ihre Führer stützt. Wer jetzt noch für diese Partei kandidiert, kämpft, Beiträge zahlt, weiß, dass er sich mit einer Meute Ewiggestriger ins Bett legt. Ebenso klar muss für die Union sein, dass mit dieser AfD keine Koalition, keine Duldung, keine Mitwahl in hohe Ämter denkbar sein darf. Erst recht nicht in Thüringen: Höcke in jedweder Regierungsverantwortung wäre Arsen im föderalen System.

Trotzdem dürfen alle (!) anderen Parteien nie den Kampf um AfD-Wähler aufgeben. Die sind keine heterogen braune Masse, aber sie verschwinden auch nicht, wenn man sie als solche beschimpft. Ein großer Teil der AfD-Wähler bundesweit ist zurückholbar. Das ist schwerer, solange die GroKo in Berlin sich selbst und die bräsige Endphase Merkel erduldet. Aber der Einsatz kann nicht warten. Zur Erinnerung: In Thüringen sind die AfD-Wähler tendenziell jünger, Mitte-Wähler älter. Dieses Riesen-Problem löst sich nicht über die Jahre von alleine.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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