Kommentar

Vorstoß für Schutz Homosexueller: Überfällige Worte des Papstes

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JULIUS MÜLLER-MEININGEN

Die Erde ist eine Kugel und dennoch gibt es Menschen, die immer noch von ihrer Flachheit ausgehen. So ähnlich verhält es sich in der katholischen Kirche mit Verantwortlichen, die sich nach wie vor gegen ein Lebenspartnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Paare wehren.

Homosexualität existiert, Menschen mit homosexueller, bisexueller Orientierung oder Transgender-Personen (LGBT) sind genauso viel Wert wie heterosexuelle Menschen, sie sollten deshalb dieselben Rechte genießen. Aber es gibt Kräfte, die die Tatsachen bis heute nicht anerkennen.

Auch die Kirche muss sich verändern

Die Worte von Papst Franziskus, der sich für den rechtlichen Schutz gleichgeschlechtlicher Lebenspartner ausspricht, waren deshalb überfällig. Gleichwohl ist die katholische Kirche eine Weltgemeinschaft, der Papst richtet sich nicht nur an Deutsche oder Europäer, wo Lebensgemeinschaften für Nicht-Heterosexuelle oft schon Standard sind, sondern auch an Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. In manchen Ländern dieser Kontinente werden Homosexuelle heute noch verfolgt. Die Wirkung der Worte von Franziskus dürfte in diesen Regionen noch größer sein. In gewisser Weise entfernt sich Franziskus mit seiner Stellungnahme vom Lehramt. Das ist richtig und wichtig. Denn wenn sich die katholische Kirche in ihren Überzeugungen nicht weiterentwickeln könnte, wie es Traditionalisten verlangen, dann wären in der Glaubenskongregation noch heute Hexenverbrennungen en vogue. Auch die Kirche muss sich verändern.

Politik@ovb.net

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