TV-Rechte im Fußball Melkmaschine noch nicht am Anschlag

TV-Rechte im Fußball . Melkmaschine noch nicht am Anschlag .

JENS GREINKE

Ein bisschen Polemik vorweg: Der deutsche Fußball-Fan ist schon ein geduldiges Lamm. Tapfer erträgt er die Gängelungen durch den Profifußball, der ihn so bitter ausnimmt, dass die Weihnachtsgans im Vergleich gut wegkommt. Er hilft aufopferungsvoll mit all den Kräften seines deutschen Durchschnitts-Lohns, die irrwitzig hohen Ablösesummen und Mondgehälter für die Spieler zu finanzieren, damit diese jeden Tag mit einem anderen Protzauto zum Training fahren können. Brav.

Wer dachte, die finanzielle Melkmaschine laufe in dem Geschäft bereits am Anschlag, sieht sich getäuscht. Nun ist auch der Medien-Riese Amazon ins Geschäft eingestiegen und hat einige Rechte für die Übertragung von Champions-League-Spielen gekauft. Der griffige Slogan „Alle Spiele, alle Tore“, mit dem der Bezahlsender Sky einst warb, ist nur noch eine verblasste Erinnerung an Zeiten, die zwar auch schon teuer waren. Aber zumindest einigermaßen kundenfreundlich. Dies zählt in diesem Geschäft aber nicht mehr. Der Pay-TV- und Streaming-Dschungel wird immer dichter und in der Summe teurer. Sky, DAZN, Telekom, jetzt Amazon. Bald vielleicht Apple, Google und Disney. Die Öffentlich-Rechtlichen sollten da eigentlich nicht mehr mitbieten und auch noch GEZ-Gelder in diesen Schlund werfen.

Der Kunde bleibt nur dann König, wenn er seine Gunst auch mal entzieht. Viele tun dies bereits, der Personalabbau bei Sky in diesem Jahr spricht Bände. Es sind Warnsignale, die vom Profi-Fußball nicht ignoriert werden sollten.

Politik@ovb.net

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