Trunkenheit am Lkw-Steuer Mehr Kontrollen!

Trunkenheit am Lkw-Steuer. Mehr Kontrollen! Aber von wem?

ALEXANDER WEBER

Als Polizist in Deutschland müsste man sich für den Arbeitstag am besten klonen können. Was sollen unsere Gesetzeshüter nicht alles leisten: vor Einbrechern schützen und sie dingfest machen, Streitereien in Kneipen und Nachbarschaft schlichten, Betrügern auf die Spur kommen, Taschendiebe fassen, Organisierte Kriminalität bekämpfen, Züge und Busse nach möglichen Illegalen durchsuchen – und, ja, neben dem Papierkrieg auch für Sicherheit auf den Straßen sorgen.

Ein neues, sinnvolles Aufgabenfeld haben die Hessen jetzt entdeckt: Bei Kontrollen kurz vor Ende des Sonntagsfahrverbots um 22 Uhr gingen den Beamten hunderte Brummifahrer ins Netz, die sich die freie Zeit mit Alkoholkonsum vertrieben hatten und promillegeladen wenig später auf die Autobahn auffahren wollten. Ein Erfolg, der im Sinne der Verkehrssicherheit in allen Bundesländern Schule machen sollte. Auch in Bayern.

Die Frage ist nur, von welchen Aufgaben man Polizisten um diese nächtliche Zeit abziehen könnte, um die Promille-Checks zu machen? Die personelle „Bettdecke“ der Polizei ist viel zu dünn – trotz jüngst erheblicher Anstrengungen der Politik, alte Fehler zu korrigieren. Auch Geschwindigkeitskontrollen finden viel zu selten statt, um Raser und Drängler in Brummis und Autos aus dem Verkehr zu ziehen. Das Risiko, erwischt zu werden, muss steigen, wenn sich die Lage entspannen soll.

Alexander.Weber@ovb.net

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