Trumps letzte Hoffnung

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Umfragen vor der US-Wahl. FRIEDEMANN DIEDERICHS.

Es ist nicht leicht, in diesem Jahr Wähler von Donald Trump zu sein. Wer eine rote Baseball-Kappe mit „Make America Great Again“ trägt, riskiert sogar eine körperliche Konfrontation, eine Prise Reizgas oder übelste Beschimpfungen. Wer es wagt, einen „Trump/Pence“-Sticker auf sein Auto zu kleben, wird gerne mit dem Mittelfinger oder einem dezent ausgeführten Zerkratzen des Lackes belohnt. Wer für Trump stimmt, der ist im Auge politisch Andersdenkender im günstigsten Fall nicht ganz klar im Kopf oder im schlimmsten Fall Rassist.

Unterstützer des in landesweiten Umfragen deutlich führenden Demokraten Joe Biden haben es hingegen leicht. Sie werden kaum stigmatisiert und – wenn überhaupt – hin und wieder nur mit dem Stehlen ihrer Werbetafel im Vorgarten bestraft. Warum ist dieses Stimmungsbild drei Tage vor der Wahlabrechnung wichtig? Weil es auf den möglichen Faktor X bei der Auszählung hinweist: den Bürger, der sich aufgrund der Abstraf-Kultur des links angehauchten „Mainstream“ nicht traut, seine Sympathien für den Republikaner öffentlich einzugestehen. Sicher fühlen sich viele dieser Fans nur bei den Wahlversammlungen Trumps, wo man unter sich ist – Termine, die weiter enormen Zuspruch finden.

Völlig unklar ist, wie viele dieser Sympathisanten gegenüber Umfrage-Instituten am Telefon die Wahrheit sagen oder sich verleugnen. Das war schon 2016 so. Und es ist, nimmt man die demoskopische Stimmungslage als Maßstab, Trumps allerletzte Hoffnung.

Politik@ovb.net

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