Trumps Daumenschrauben

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Durchbruch im Nahen Osten. FRIEDEMANN DIEDERICHS.

Donald Trump sieht schon die „Dämmerung eines neuen Nahen Ostens“. In der Tat verdient seine Regierung Lob dafür, dass sie die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain diplomatisch angeschoben hat – ein Ergebnis, das Trumps Vorgänger Barack Obama nicht vergönnt war, weil dessen Nahostpolitik Israel nicht gerade freundlich behandelt hatte. Ob sich mit dem jüngsten Erfolg aber tatsächlich der Kurs der Geschichte ändert, wie es der US-Präsident prophezeit?

Trump scheint, wenn man sein Verhalten gegenüber den Palästinensern als Maßstab nimmt, eine Zwei-Staaten-Lösung in dem jahrzehntelangen Konflikt intern zu den Akten gelegt zu haben. Er sieht offenbar die Palästinenser unter dem radikalislamischen Hamas-Regime als nicht friedensfähig an. Mit dem derzeitigen Ziel, die Annäherung zwischen Israel und den arabischen Staaten zu forcieren, strebt das Weiße Haus auch die Isolierung der Palästinenser und des Iran im Hintergrund an. Begleitet von der Hoffnung, die Daumenschrauben gegenüber den Palästinensern anzuziehen und Zugeständnisse zu forcieren. Doch dieser Kurs könnte sich unter dem Demokraten Joe Biden wieder dramatisch ändern.

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