Trumps Bitte um Chinas Hilfe Schlimmer geht immer FRIEDEMANN DIEDERICHS

Trumps Bitte um Chinas Hilfe. Schlimmer geht immer .

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Donald Trump hat noch einmal klargemacht, wie er sich gegen die Amtsenthebungs-Gelüste der Demokraten zu verteidigen gedenkt: Mit einem Tsunami an Aussagen und Twitter-Botschaften, die angesichts seiner Undiszipliniertheit nur die Anklageschrift verstärken werden. Wie sonst kann man die Aufforderung an China verstehen, ebenfalls seinen Rivalen Joe Biden zu untersuchen? Dass der US-Präsident dann versuchte, dieses Fehlverhalten als Aufgabe, ja sogar Pflicht seines Amtes zu charakterisieren, macht das Ganze nur noch schlimmer.

Es würde nicht überraschen, wenn im Zuge der Ermittlungen weitere Einzelheiten der China-Kommunikation ans Licht kämen. Schon jetzt ist bekannt, dass Trump im Juni namentlich Biden und die aussichtsreiche Bewerberin Elizabeth Warren gegenüber Peking zur Sprache brachte. Möglicherweise hat er Ermittlungen gegen diese Demokraten auch an Erleichterungen für China im Handelsstreit geknüpft. Würde sich dieser angesichts der Ukraine-Affäre und der gestoppten Militärhilfen nicht unbegründete Verdacht durch eine Gesprächsabschrift bestätigen, wäre dies ein weiterer Grund für das absehbare Amtsenthebungsverfahren – und ein neuerliches Indiz für Trumps niedrige moralische und ethische Messlatte.

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