Trump und die Demokraten Begnadeter Populist FRIEDEMANN DIEDERICHS

Trump und die Demokraten. Begnadeter Populist .

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Für viele US-Demokraten scheint es die einzige Frage zu sein, wer Donald Trump nach einer Amtszeit ersetzt. Das alte Schlachtross Joe Biden, unter Obama Vizepräsident, scheint die besten Chancen zu haben, glaubt man Umfragen. Auch das texanische Politik-Wunderkind Beto O‘Rourke darf sich Hoffnungen machen, wenn er sich denn bewirbt. Er zog am Montag bei einer Gegendemonstration zu einem Trump-Auftritt in El Paso Tausende in seinen Bann. Doch die Trump-Veranstaltung in der Grenzstadt zeigte auch: Der Präsident mobilisiert trotz aller Skandalschlagzeilen weiter eine enorme Fan-Basis.

Das liegt vor allem daran, dass Trump ein begnadeter Populist ist, der es zwar mit Fakten nicht so genau nimmt, aber es geschickt versteht, die für die Bürger wichtigsten Themen zu vertiefen: den Arbeitsmarkt und die Migration. Die Demokraten haben sich dagegen auf die Formulierung festgelegt, der Bau neuer Grenzbefestigungen sei „unmenschlich“. Eine Ansicht, die einem wichtigen Teil der Wählerschaft nur schwer zu vermitteln sein dürfte. Denn in der Tat gibt es Stellen im Grenzverlauf zu Mexiko, wo illegale Migration, Drogenschmuggel und Menschenhandel unkontrolliert stattfinden kann. Trump mag als Person so angreifbar sein wie kaum ein Präsident vor ihm. Doch er hat ein gutes Gespür für die Ängste vieler Menschen. Man sollte ihn für 2020 nicht abschreiben.

Politik@ovb.net

Kommentare