Was Trump bezweckt

Debatte über Wahltermin. FRIEDEMANN DIEDERICHS.

Was hat Donald Trump mit seiner scharf kritisierten Idee, die Wahl am 3. November zu verschieben, im Sinn? Der US-Präsident hofft, gleich mehrfach von der nun entbrannten Debatte zu profitieren –- sowohl kurz- wie langfristig. Dass sein Vorschlag just am Tag kam, an dem die Zahlen einen massiven Einbruch der Konjunktur belegten, war sicher kein Zufall. Das Wirtschaftstief liegt an der Corona-Pandemie, zu deren Beginn das Weiße Haus viele Fehler machte. Und am gleichen Tag nutzte sein Vorgänger Obama eine Trauerrede, um erneut Trump zu kritisieren. Dieser zielte also hier klar auf Ablenkung.

Langfristig spricht viel dafür, dass der Präsident auch den Boden dafür bereiten will, den von den Demoskopen erwarteten Wahlsieg Joe Bidens zu delegitimieren. Schließlich hat er so etwas nach seinem Erfolg in 2016 durch die von den Demokraten angestoßene Russland-Debatte selbst durchgemacht. Und ein Trump vergisst nicht, was seine „Feinde“ ihm antun. Also werden massive Zweifel am Briefwahlsystem geäußert – obwohl Betrügereien dabei nur Einzelfälle sind.

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