Teure Rente mit 63 Die Folgen der eigenen Politik SEBASTIAN HORSCH

Teure Rente mit 63. Die Folgen der eigenen Politik .

SEBASTIAN HORSCH

Die Rente mit 63 kostete zuletzt mehr als zwei Milliarden Euro – im Monat. Damit wird die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren in Ruhestand zu gehen, deutlich teurer als von der GroKo geplant. Diese Fehleinschätzung zeigt, welche Folgen eine Rentenpolitik haben kann, die von kurzfristigen politischen Interessen gesteuert ist.

Selbstverständlich ist keinem ein Vorwurf zu machen, der nach 45 Jahren Arbeit die Möglichkeit wahrnimmt, ohne finanzielle Einbußen auszusteigen. Für den Einzelnen ist das gut, für das System jedoch ein Problem – nicht nur wegen der Kosten. Dem Arbeitsmarkt werden dringend benötigte Fachkräfte entzogen. Und gegen drohende Altersarmut ist die Maßnahme wirkungslos, weil sie vor allem ohnehin gut situierte Rentner bevorteilt.

Die Rente mit 63 entsprang einem Tauschgeschäft. Im Gegenzug ließ sich die SPD auf die von der CSU gewollte Mütterrente ein. Sechs Jahre später steht die GroKo nun vor den Folgen ihrer Politik. Doch während die Ausgaben durch die Decke gehen, beherrschte im Herbst ein anderes Thema die Schlagzeilen. Um die Koalition zu retten, machten Union und SPD nämlich erneut ein Tauschgeschäft – diesmal zur Grundrente. Experten warnen bereits: Es könnte auch hier teurer werden als gedacht.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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