Teuerung klettert auf 2,5% Die EZB lässt die Bürger zahlen

Teuerung klettert auf 2,5%. Die EZB lässt die Bürger zahlen .

GEORG ANASTASIADIS

Man spürt es beim Tanken, beim Einkaufen, wenn man eine Reise bucht oder den Briefkasten aufmacht und darin eine Mieterhöhung vorfindet: In Deutschland geraten die Preise in Bewegung. Im Oktober kletterte die Teuerung auf 2,5 Prozent, das ist die höchste Inflationsrate seit zehn Jahren. Sie übertrifft damit auch wieder das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank. Doch die Europäische Zentralbank tut: nichts.

Sie bringt damit nicht nur die Verbraucher in Schwierigkeiten. Sondern, in zunehmendem Maße, auch diejenigen, die fürs Alter sparen. Bisher konterte die EZB Kritik an ihren Nullzinsen stets mit dem Hinweis, dass ja auch die Preise stabil blieben. Dieses Argument verfängt nicht mehr.

Als die EZB unter ihrem Chef Mario Draghi anfing, die Zinsen in den Nullbereich zu drücken, begründete sie das mit der Gefahr einer Deflation, sprich sinkender Preise, und damit verbundener Stabilitätsrisiken. Schon damals argwöhnten Kritiker, dass es in Wahrheit darum gehe, den EU-Schuldenländern einen Teil ihrer drückenden Lasten abzunehmen. Würde sich die Euro-Notenbank selbst beim Wort nehmen, müsste sie dem Preisauftrieb nun mit sachte steigenden Leitzinsen entgegenwirken. Doch das tut sie nicht. Wie auch: Das bis zum Hals im Schuldensumpf steckende Euroland Italien würde bei den geringsten Anzeichen einer Geldverknappung sofort unter massiven Druck der Finanzmärkte geraten. Draghi will das nicht zulassen. Lieber lässt er die Verbraucher die Zeche zahlen. Die Deutsche Bundesbank hat einen klugen Gegenvorschlag gemacht: Das klamme Italien solle sich lieber mit einer Zwangsanleihe das Geld bei seinen Reichen beschaffen, als die gesamte Eurozone zu erpressen. Doch darüber lachen in Brüssel und Frankfurt nur die Hühner.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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