Die Täter gehören nicht in unsere Mitte

Kindesmissbrauch. BARBARA NAZAREWSKA.

Mehrere Politiker, darunter Familienministerin Giffey (SPD), fordern, „bei Kindesmissbrauch den Strafrahmen am oberen Ende“ auszuschöpfen. Das ist absolut richtig. Laut Gesetz drohen den Tätern bis zu 15 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Nur: Dieses Strafmaß wird viel zu oft nicht ausgeschöpft – manche Kinderschänder kommen sogar mit Bewährungsstrafen davon! Warum eigentlich? Die Opfer leiden ihr Leben lang.

Die jüngsten Fälle aus Münster und der spektakuläre Kriminalfall Maddie zeigen abermals, dass solche Menschen in der Regel Wiederholungstäter sind. Sie treten die Chance auf Resozialisierung mit Füßen – und suchen neue Schlupflöcher, um sich an den Wehrlosesten weiter zu vergehen. Solche Triebtäter gehören nicht in die Mitte unserer Gesellschaft. Schon gar nicht in die Nähe von Kindern, die ihnen hilflos ausgeliefert sind. Und deren Wohlergehen immer Vorrang haben muss.

Der Giffey-Vorstoß und die Ankündigung höherer Mindeststrafen durch Justizministerin Lambrecht sind Schritte in die richtige Richtung. Aber es braucht mehr, um Pädophilenringe auszuheben: mehr Ermittler, mehr Befugnisse der Polizei, um Tätern auf die Schliche zu kommen, mehr Aufmerksamkeit von uns allen bei diesem sensiblen Thema – das sich anfangs oft „nur“ im Graubereich abspielt, etwa als Exhibitionismus. Zur Erinnerung: Es geht um Kinder, um unsere Kinder. Wer Kinderschändern nicht mit der größtmöglichen Härte begegnet, riskiert, dass sie ihre abscheulichen Taten wieder und wieder begehen – mit verheerenden Folgen.

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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