Strenge Regeln für Los-Verkauf Falscher Ansatz, um zu sensibilisieren

Strenge Regeln für Los-Verkauf. Falscher Ansatz, um zu sensibilisieren .

KATRIN WOITSCH

Zu einem Volksfest-Besuch gehören die Losbuden genauso wie Zuckerwatte und Riesenräder. Fast jeder hat als Kind einmal einen Gewinn nach Hause getragen oder war enttäuscht über eine Niete. Die Lektion war: Man kann nicht immer gewinnen im Leben. Heute setzt der Staat auf mehr Regeln, damit diese Lektion ankommt. Kinder dürfen an umsatzstarken Losbuden nur noch Lose ziehen, wenn Erwachsene sie ihnen kaufen. Eine Prävention gegen Glücksspielsucht – und vielleicht das meistdiskutierte Thema in Volksfest-Bierzelten in diesem Sommer. Obwohl die Regelung nicht mal neu ist.

Natürlich ist Glücksspielsucht ein ernstes Thema – und ein Problem für rund 70 000 Menschen in Bayern. Glücksspiele sind täglich präsent. Überall gibt es Spielautomaten und Wettbüros – und gerade die Online-Spiele können für Jugendliche ein Einstieg in diese Welt sein, in der man sehr leicht das Maß verlieren kann. Es ist richtig, dass der Staat sich Gedanken macht, wie er Kinder und Jugendliche vor dieser Sucht bewahren und die Gesellschaft sensibilisieren kann. Doch an Volksfest-Losbuden anzusetzen, sorgt eher für Kopfschütteln als für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Zumal es schwer nachvollziehbar ist, dass es vom Umsatz des Standes abhängig ist, ob Kinder Lose kaufen dürfen. So ist die Regelung eher eine Niete als ein Gewinn.

Katrin.Woitsch@ovb.net

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