Der Streit um Seehofer Die Quoten-Panne überdeckt alles

Der Streit um Seehofer. Die Quoten-Panne überdeckt alles .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Auch wenn es so wirkt: Horst Seehofer macht derzeit nicht alles falsch. Sowohl seine Athen/Ankara-Reise als auch seine Botschaften dort sind völlig angebracht: Die EU muss zusammenstehen und endlich handeln, weil sie längst in einer neuerlichen Migrationskrise steckt, nach wie vor hilflos. Der Innenminister hat Recht, offensiv über die Probleme der Flüchtlingspolitik zu reden, statt wie viele Parteifreunde darüber hinwegzunuscheln.

Wenn er’s nur klüger anstellen würde! Sein missglückter Plan einer Aufnahme-Quote von Mittelmeer-Migranten lenkt vom Problem in Griechenland ab und verstört die eigenen Parteien schwer. Die Gemengelage aus Schleppern und vermeintlich „guten“ Rettern mit ihren Transportdiensten vor der libyschen Küste weckt bei vielen Bürgern nämlich Misstrauen statt den Ruf nach humanitären Gesten ihres Innenministers. Das sollte Seehofer wissen; früher hatte er für so was mal ein Bauchgefühl. Ergebnis: ein chaotischer Eindruck. Reihenweise meutern Parteifreunde. Einige mit Argumenten, andere haben mit dem Ex-CSU-Chef auch noch eine Rechnung offen oder zürnen, wie egal ihm auf seine alten Tage Partei und Parlament geworden sind. Der Disput beherrscht die Schlagzeilen, und das Misstrauen in die Groko wird weiter zementiert.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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