Stickoxid-Grenzwerte Ende des Unfugs in Sicht MARTIN PREM

Stickoxid-Grenzwerte. Ende des Unfugs in Sicht.

MARTIN PREM

Die „Deutsche Umwelthilfe“ gerät unter Zeitdruck. An nur noch vier bayerischen Messstationen wurde 2018 der Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm für Stickstoffdioxid gerissen. Weil eine davon definitiv vorschriftswidrig aufgestellt ist, waren es eigentlich nur noch drei. Und davon lagen zwei (in Nürnberg und Augsburg) unter 50 Mikrogramm. Tendenz weiter fallend. Dafür hat die Bundesregierung Fahrverbote ausgeschlossen.

Bleibt der Messpunkt an der Landshuter Allee in München. Dort wäre ein Fahrverbot noch möglich. Doch dafür hat das Bundesverwaltungsgericht strenge Maßstäbe aufgestellt. Nimmt man sie ernst, bliebe als Ausweg allenfalls, die Stadtautobahn für Diesel-Autos zu sperren. Diese würden dann den Weg durch die nahen Wohngebiete nehmen. Ein klarerer Fall von Schildbürgerstreich ist kaum möglich. Also besser gar kein Verbot.

Es wird Zeit, dem Unfug insgesamt ein Ende zu bereiten. Die Gefahren von Stickstoffdioxid wurden – durch eine absurde Fehlinterpretation wissenschaftlicher Erkenntnisse – überbewertet, was zu den gegenwärtigen europäischen Grenzwerten geführt hat. Man hat sich auf den falschen Verdächtigen gestürzt. Jeder, der dies wider besseres Wissen verteidigt, sollte bedenken: Wer eine geringe Umweltgefahr hochspielt, verharmlost die wirklich gravierenden Probleme – etwa die Vermüllung der Meere oder die größflächige Rodung von Regenwäldern.

Martin.Prem@ovb.net

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