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Stellenabbau bei Audi: Der Jobmotor stottert

  • vonMartin Prem
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Audi verordnet sich eine gewaltige Schrumpfkur. Bis 2025 werden netto 7500 der bestehenden 61 000 Stellen an den deutschen Standorten abgebaut. Das ist eine schlechte Nachricht.

Weniger für die Betroffenen: Weil geburtenstarke Jahrgänge vor dem Renteneintritt stehen, ist es nicht schwer, den geplanten Abbau bei Audi ohne Entlassungen umzusetzen. Der bis 2025 gültige Kündigungsverzicht wurde sogar um vier Jahre verlängert.

Immer weniger Arbeitskraft für den Autobau nötig

Die Entwicklung ist eine schlechte Nachricht für Deutschland. Vor allem im Süden war die Automobilindustrie der Jobmotor. Überproportional wachsende Absatzzahlen und der enorme Bedarf an Entwicklern für Zukunftstechnologien haben lange übertüncht, dass beim Bau eines Autos immer weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird.

Stagnierende oder rückläufige Absatzzahlen ließen den Jobmotor stottern. Das wird nicht nur Audi treffen.

Bei Audi läuft der Jobmotor nur langsamer

Und doch gibt es Zeichen der Hoffnung: Audi rüstet beide deutschen Standorte für die Elektromobilität auf. Von Betriebsräten befürchtete Produktionsverlagerungen kommen doch nicht.

Das heißt: In Ingolstadt und Neckarsulm werden auch in Zukunft weit mehr Audis gebaut, als sich im eigenen Land absetzen lassen. Langfristig läuft der Jobmotor langsamer. Stehen bleiben muss er nicht.

Martin.Prem@ovb.net

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