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Meinung

Spiegel-Nachfolge: Quälende Quoten

Sebastian Horsch online rahmen
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Sebastian Horsch
  • VonSebastian Horsch
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Mann oder Frau, links oder rechts, Ost oder West: Wohin exzessives Quoten-Denken führen kann, sieht man an den Problemen, die die Grünen nach dem Rücktritt von Familienministerin Anne Spiegel haben. 

Schon die 41-Jährige selbst ist wohl weniger deshalb in ihr Amt gelangt, weil sie in Rheinland-Pfalz mit so überragenden Leistungen aufgefallen wäre, dass man auch auf Bundesebene schlicht nicht an ihr vorbeikam. Nein, was vor allem für Spiegel gesprochen haben dürfte, war, dass sie eine der wenigen Frauen vom linken Parteiflügel war, der man die Aufgabe zumindest grundsätzlich zutraute – und die Quotenregeln der Partei eine genau solche Besetzung verlangten.

Bei ihrer Nachfolge stehen die Grünen nun erneut vor diesem Problem. Kandidaten gäbe es. Doch Katrin Göring-Eckardt ist zwar eine Frau, aber nicht links genug. Anton Hofreiter ist zwar links, aber keine Frau. Deshalb gilt nun Katharina Dröge, die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, als Favoritin. Frau, links – passt eigentlich. Blöd nur, dass sie anscheinend nicht so wirklich Lust auf den Jobwechsel hat. Als Spiegel im März schon einmal wackelte, soll Dröge bereits parteiintern klargemacht haben, dass sie an einer möglichen Nachfolge nicht interessiert sei.

Natürlich ist es sinnvoll, wenn Parteien nicht alle Posten mit westdeutschen Männern in den 50ern besetzen. Doch gerade in Spitzenämtern dürfen am Ende nicht Quoten den Ausschlag geben, sondern es muss allein die Qualifikation sein. Das gilt besonders in Krisenzeiten.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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