Sorge der Bergwacht Bedingungslose Einsatzbereitschaft

Sorge der Bergwacht. Bedingungslose Einsatzbereitschaft .

ANDREAS BEEZ

Beim Berggehen ist eine einfache Regel in Stein gemeißelt: Für den nächsten Schritt trägt niemand anders die Verantwortung als man selbst –- nicht mal dann, wenn Reinhold Messner vorausgehen würde. Um diesem Verantwortungsbewusstsein gerecht zu werden, braucht man kein Geologie-Studium, es reichen schon ein bisserl Vernunft und gesunder Menschenverstand.

Dazu gehört, dass man sich überlegt, wo genau man herumkraxelt. Ob man die Kraft und das Können für die Tour hat. Ob das Wetter und die Wegverhältnisse passen. Und die Einsicht, dass es mitunter vernünftiger ist, aus Sicherheitsgründen umzukehren und den Gipfel sausen zu lassen. Wer diese simple Selbstreflexion in den Wind schlägt, landet im günstigsten Fall im Rettungshubschrauber – und wenn es ganz schlecht läuft, direkt im Leichensack. Trotzdem darf man daraus nicht den Umkehrschluss ziehen, dass jeder unverletzt gerettete Kraxler ein fahrlässiger Ignorant ist, der noch dazu die Gesundheit seiner Retter aufs Spiel setzt.

Die Bergwachtler wissen selbst am besten, wie urgewaltig und unberechenbar die Natur sein kann. Seien wir also dankbar dafür, dass die Bergwacht bewundernswerte und vor allem bedingungslose Einsatzbereitschaft an den Tag legt, um Menschenleben zu retten.

Politik@ovb.net

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