Wir sollten Ärzten vertrauen

Sterbehilfe. BARBARA NAZAREWSKA.

Jeder von uns kann sterbenskrank werden – keine Chance auf Genesung, die Qualen unerträglich, die beste Medizin nützt nichts mehr. Und das Einzige, was sich die meisten Menschen in so einer Situation wünschen, ist: würdevoll aus dem Leben zu scheiden. Das ist ihr gutes Recht! Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar festgestellt, dass jeder von uns ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben hat; geschäftsmäßige Sterbehilfe ist seither gestattet.

Die Sterbehilfe muss in Deutschland also neu reguliert werden. Ein aktueller Gesetzesvorschlag schreibt nun Ärzten beim assistierten Suizid eine maßgebliche Rolle zu. Richtig. Denn sie haben in der Regel nicht nur das Vertrauen ihrer Patienten – sie haben medizinische Kompetenz. Und, besonders wichtig: Sie können den Betroffenen Alternativen aufzeigen, etwa eine palliative Begleitung, wenn diese sich in einer ausweglosen Situation wähnen.

Jetzt ist die Politik am Zug. Sie muss ein neues Gesetz zur Sterbehilfe erlassen. Sie sollte diese Aufgabe beherzt anpacken und zeitnah eine klare Regelung schaffen: im Sinne der Selbstbestimmung im Sterben, aber auch der Fürsorge zum Leben. Wenn die Abgeordneten in Berlin dieses Thema nicht weit oben auf ihre Agenda setzen, könnten kommerzielle Sterbehilfevereine die aktuelle Gesetzeslücke für sich nutzen. Wollen wir das?

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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