Söders Bestätigung

Österreich kehrt zur Maske zurück. MIKE SCHIER.

Wie sich die Zeiten ändern: Lange wirkte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz wie das Vorbild von Markus Söder in der Corona-Krise. Wien legte vor, Bayern zog nach. Das Bündnis schien so eng, dass die Staatsregierung dem Nachbarland sogar den laxen Umgang im Corona-Epizentrum Ischgl verzieh. Ärger gab es erst beim virtuellen CSU-Parteitag, als Kurz um deutsche Touristen buhlte – und Söder recht schroff konterte: Natürlich könnten auch Österreicher in Bayern Urlaub machen. Und die Tiroler sollten endlich mal die Blockabfertigungen und Straßensperren in den Griff bekommen.

Seitdem fahren Österreich und Bayern einen unterschiedlichen Corona-Kurs. Kurz trieb die Lockerungen voran, Söder trat auf die Bremse. Welche Strategie besser ankam, war den Umfragen zu entnehmen. Während der Österreicher mit sinkender Beliebtheit kämpft, wird Söder dank seiner Werte für höchste Ämter gehandelt.

Jetzt darf sich Söder in seiner Vorsicht endgültig bestätigt fühlen: So kleinlaut es ihm möglich ist, zog Sebastian Kurz gestern die Notbremse. Beim Einkaufen muss ab Freitag wieder Maske getragen werden. Wenige Tage zuvor waren bereits weite Teile Spaniens zur Maske – selbst unter freiem Himmel! – zurückgekehrt. Auch für Bayern ist damit klar: Die Maske wird uns noch länger begleiten.

Mike.Schier@ovb.net

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