Söder attackiert von der Leyen Die blasse Präsidentin

Söder attackiert von der Leyen. Die blasse Präsidentin .

MIKE SCHIER

Man sieht sich immer mehrfach im Leben: Tief saß in der CSU und bei vielen bayerischen Wählern nach der Europawahl der Frust, weil nicht der eigene Spitzenkandidat Manfred Weber, sondern Quereinsteigerin Ursula von der Leyen mit der Führung der EU-Kommission betraut wurde. Doch wer Markus Söder nun unterstellt, mit seiner Attacke auf die Landsfrau allein alte Rechnungen zu begleichen, der greift zu kurz. Tatsächlich ist von der Leyen, die sonst viel Wert auf mediale Inszenierung legt, als Gesicht Europas in der Krise sehr blass geblieben.

Schon klar: Weber wäre sicher kein Mann für markige Außendarstellung. Ohnehin ist es müßig zu fragen, ob eine Weber-Kommission anders gehandelt hätte als die jetzige. Aber womöglich hätte ein Brüsseler Überzeugungstäter von Anfang an überzeugender an einer kontinentalen Lösung der Pandemie gearbeitet. Und auf jeden Fall wäre eine Geißelung nationaler Egoismen bei ihm überzeugender gewesen als bei von der Leyen, die erst durch eben jene Egoismen ins Amt gespült wurde.

Söder spricht nur aus, was viele Bürger denken. Wobei auch zur Wahrheit gehört, dass er der Erste wäre, der sich über zu viele Vorgaben aus Brüssel beschwert. Tatsache ist: Von der Leyens bisherige Agenda mit großer Betonung des langfristigen Klimaschutzes bedarf in Krisenzeiten wohl einer sehr kurzfristigen Überarbeitung.

Mike.Schier@ovb.net

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