Silvesterfeuerwerk verbieten? Das schlechte Gewissen schießt mit

Silvesterfeuerwerk verbieten? Das schlechte Gewissen schießt mit .

DIRK WALTER

Zugegeben: Auch der Autor dieser Zeilen hat es schon öfter krachen lassen – und es ist nicht ausgeschlossen, dass er es (wenn auch im vergleichsweise kümmerlichen Maßstab) wieder tun wird. Wer frei von Fehlern ist, der werfe den ersten Stein. Und dennoch: Das schlechte Gewissen schießt mit. Feinstaub, Vermüllung der Straßen, Verletzungsgefahr, Brände, die Tiere, das Klima – man muss das alles nicht endlos wiederholen, um einzusehen, dass die Böllerei ihre Grenzen hat. Ja, dieser kurze kindische Silvesterspaß ist eigentlich so sinnlos wie das rituelle, mittlerweile zu Recht fast ganz abgeschaffte Bleigießen.

Man mag ja die schrillen Alarmtöne eigentlich gar nicht mehr hören. Deutschland taumelt ohnehin schon von einem Untergangsszenario ins nächste, wenn man den ganzen Kassandras Glauben schenkt. An Silvester 2019 wird durch laute Ballerei aber weder ein Kriegszustand simuliert, wie eine beliebter Vergleich lautet, noch wird Feinstaub großflächig in die Gehirne eindringen und zu allumfassender Demenz führen, wie ein Gesundheitsexperte ganz ernst warnte. Man muss nicht alles verbieten, aber mehr freiwillige Selbstbeschränkung tut gut. Und ein „Alpen-Armageddon“ (PR-Anzeige eines Fachhandels für Raketen) braucht erst recht niemand. Auf die Gefahr hin, zur Spaßbremse 2019 ernannt zu werden, daher an dieser Stelle der Appell, es nicht zu übertreiben und vielleicht nicht so viel Geld für Raketen und Böller rauszujagen wie im Vorjahr. Dann lieber eine Flasche guten Schampus mehr dafür!

Dirk.Walter@ovb.net

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