Für sich und die Allgemeinheit

Pflichttests für Rückkehrer. ALEXANDER WEBER.

Ab morgigem Samstag soll es also für alle gelten: Rückkehrer aus Urlaubsgebieten mit hohem Corona-Risiko sollen sich spätestens am Flughafen, Bahnhof oder an der Grenze zuhause auf Corona testen lassen. Kostenlos. In kürzester Zeit.

Das ist angesichts der schlechten Erfahrungen mit Rückkehrern vom Balkan oder sonst wo und den wieder sprunghaft steigenden Infektionszahlen in letzter Zeit alles andere als Gängelung der Bürger. Zumindest sollten sie es nicht so auffassen, sondern den Nutzen für sich und ihre Umgebung sehen. Ein zu spät entdeckter Corona-Fall verurteilt schließlich nicht nur den Betroffenen zur mindestens zweiwöchigen Quarantäne, sondern legt auch Familien, Nachbarn, Freundeskreise und im schlimmsten Fall sogar ganze Firmen lahm. Eigeninteresse und Allgemeinwohl haben hier ein gemeinsames Ziel.

Apropos gemeinsames Ziel. Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn, beide CDU-Politiker, beide aus Nordrhein-Westfalen, beide ambitioniert im Hinblick auf höhere Weihen in Berlin, zeigen, wie man es nicht macht. Als politisches Vorbild hätte Laschet, gerade zurückgekehrt aus Griechenland, einen freiwilligen Test machen sollen. Beispielhaft eben. Hat er aber wohl nicht. Wieder eine Chance verpasst. Die Botschaft passt überhaupt nicht zu Spahns Test-Offensive.

Alexander.Weber@ovb.net

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