Schutz gegen Masern im Bundestag Die Impfpflicht und die Freiheit

Schutz gegen Masern im Bundestag. Die Impfpflicht und die Freiheit .

KLAUS RIMPEL

Freiheit ist ein großes, hehres Wort – aber im Detail ist das mit der Liberalität ganz schön kompliziert. Beispiel Impfpflicht: Eltern, die Nebenwirkungen der Masernimpfung mehr fürchten als die Krankheit, fühlen sich in ihrem Recht auf Selbstbestimmung durch den von Jens Spahn auf den Weg gebrachten Impfzwang massiv verletzt. Aber zur Wahrheit gehört auch: Eltern, die ihre Kinder via Masernparty oder gar nicht schützen, gefährden andere. Drastisch formuliert: Der Egoismus einiger weniger Impfgegner ist ein Angriff auf die Freiheit der gut 93 Prozent der Bürger, die sich vor der im Extremfall lebensbedrohlichen Krankheit schützen wollen.

Impfungen gehören zu den größten Erfolgen der Medizingeschichte. Sie retten weltweit Millionen Menschen das Leben. Natürlich gibt es die Gefahr von Nebenwirkungen. Aber es ist in vielen Studien nachgewiesen, dass das Risiko solcher Nebenwirkungen verschwindend gering ist gegenüber den Gefahren, die durch Krankheiten wie Masern oder Kinderlähmung selbst ausgehen.

Es wäre selbstverständlich besser, an die Vernunft zu appellieren und auf einen Impf-Zwang à la Jens Spahn verzichten zu können. Doch wenn sich immer mehr Menschen der Vernunft verweigern und damit andere gefährden, gibt es keine Kompromisslösung mehr. Dann muss gesetzlicher Zwang her. Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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