Schulen und Kitas Eltern brauchen eine Perspektive

Schulen und Kitas. Eltern brauchen eine Perspektive .

DIRK WALTER

Bei den Schulöffnungen ist die Politik bisher zu zaghaft – und die Folgen sind unkalkulierbar. Es geht nicht nur um Lernrückstände, die vielleicht irgendwann wieder aufgeholt werden können. Völlig zu Recht weist der Kinderschutzbund darauf hin, dass Schulen und Kitas auch Tippgeber für Misshandlungen waren – diese Frühwarninstanz fällt jetzt seit bald sieben Wochen aus. Und natürlich wollen Eltern auch endlich eine Entlastung haben, sind sie es doch, die zum Teil als Lehrerersatz fungieren – da kann der Kultusminister noch so oft das Gegenteil behaupten. Kurz, die Eltern benötigen einen Plan, eine absehbare Perspektive, bis wann welche Jahrgänge wieder in die Schule kommen!

Natürlich muss das mit Vorsicht geschehen: Abstand halten, Hygiene, soweit das mit Kindern eben geht, und ja, partiell auch die ungeliebten Masken. Bayerns Staatsregierung, speziell auch Sozial- und Kultusminister(in), haben hier Zeit verbummelt. Die Osterferien hätten gut für die Vorbereitung genutzt werden können. Und auch mit Kleingruppen hätte das längst eingeübt werden können. Es stellt sich außerdem die Frage, ob man die nach dem Ende der Erkältungszeit frei gewordenen Testkapazitäten nicht auch für Schüler und kleine Kinder nutzen sollte. Jetzt muss Tempo rein. Ein Zeitplan zur abgestuften Öffnung von Schulen und Kitas wird nicht in Stein gemeißelt sein – dass er mit dem Infektionsrisiko abgewogen werden muss, wird jeder verstehen. Aber immer nur zu beteuern, man habe viele Pläne in der Schublade, wie die Regierung beteuert, ist zu wenig. Man muss auch wollen.

Dirk.Walter@ovb.net

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