Scholz will SPD führen Der Falsche für den Neuanfang

Scholz will SPD führen. Der Falsche für den Neuanfang .

SEBASTIAN HORSCH

Auch Olaf Scholz will jetzt also die SPD retten. Der Vize-Kanzler erhöht ohne Frage den Promi-Faktor im Rennen um den Vorsitz. Das ist gut. Denn die bisherigen Kandidaten waren allenfalls Nischen-Bekanntheiten.

Ein Überblick: Wenn man sich nicht sonderlich für Gesundheitspolitik interessiert, bleibt von Karl Lauterbach noch übrig, dass er Arzt ist, eine Fliege trägt und kein Salz mag. Gesine Schwan ist die Frau, die zwei Mal vergeblich Bundespräsidentin werden wollte, Ralf Stegner für viele nur der grimmig dreinblickende Mann aus den Talkshows. Boris Pistorius ist zumindest als Innenminister von Niedersachsen bekannt, wenn auch vor allem in Niedersachsen. Aber wer kennt Nina Kampmann, Hans Wallow, Nina Scheer oder Alexander Ahrens? Franziska Giffey wäre ein Lichtblick gewesen. Sie ist in der Partei beliebt und hat schon den Aufstieg von der Neuköllner Bezirksbürgermeisterin zur Bundesfamilienministerin mit Bravour gestemmt. Doch über ihr schwebt als Damoklesschwert der Vorwurf, bei ihrer Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. Sie ist damit aus dem Rennen.

Nun also Scholz. Auch wenn der Vize-Kanzler noch keine Partnerin für seine Kandidatur gefunden hat, lässt sich sagen, dass ein Tandem mit ihm nie nach Aufbruch riechen kann. Für den einigenden Neuanfang, den die SPD braucht, ist Scholz der Falsche, weil er wie kaum ein anderer in der Partei für die Große Koalition steht, in der so viele Aktive an der Basis die Wurzel allen Übels sehen. Zwei Wochen sind nun noch Zeit für weitere Bewerbungen. Der SPD ist zu wünschen, dass da noch was kommt.

Sebastian.Horsch@ovb.net

Kommentare