Scholz-Plan für die Grundsteuer Der Denkfehler des Ministers

Scholz-Plan für die Grundsteuer. Der Denkfehler des Ministers .

MIKE SCHIER

Die Politik überbietet sich derzeit in Vorschlägen, um Mieter zu schützen und Wohnungsbau zu fördern. Bayern verteilt extra eine Eigenheimzulage und ein Baukindergeld Plus. Und was macht der Bundesfinanzminister? Der bastelt still und leise am Entwurf einer Grundsteuer, der das Leben in den ohnehin schon überhitzten Ballungsgebieten noch etwas teurer machen dürfte.

Man muss kein ausgewiesener Steuer- und Finanzexperte sein, um über dieses Bürokratiemonster, das sich Olaf Scholz und seine Beamten da ausgedacht haben, den Kopf zu schütteln. Hoffentlich wird es nie Realität! Künftig müsste man bei der Steuererklärung fünf Komponenten angeben (Nettokaltmiete, Wohnfläche, Baujahr, Grundstücksfläche und der regionale Bodenrichtwert), aus denen dann die Höhe der Grundsteuer ermittelt wird. Endgültig absurd würde es bei selbst genutztem Wohneigentum, wo der einfache Häuslebauer dem Finanzamt eine „fiktive Miete“ für sich selbst melden muss. Wer, bitte schön, denkt sich so etwas aus?

Schon klar: Ein wirklich faires Verfahren wird immer mit Verwaltungsaufwand verbunden sein. Doch dem jetzigen Modell liegt auch der Denkfehler zugrunde, dass Wohnraum nur dort hochpreisig ist, wo Gutverdiener ihre Villen beziehen. Die Realität sieht anders aus: Immer mehr normale Menschen in Bayern wissen kaum noch, wie sie ihre Wohnung finanzieren sollen. Sie auch noch höher zu besteuern, ist das Gegenteil von fair.

Mike.Schier@ovb.net

Kommentare