Schlechte Zeiten für den Rowdy

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Wahlen in Italien. JULIUS MÜLLER-MEININGEN.

Die Ambitionen des Ex-Innenministers werden bei den Regionalwahlen gebremst: Matteo Salvini ist noch nicht am Ende, doch er ist der Verlierer der Regionalwahlen in Italien. Salvinis Ziel ist die Machtübernahme in Rom und das Amt des Ministerpräsidenten. Mit den Wahlen in sieben Regionen hoffte der Chef der rechten Lega der Links-Regierung von Giuseppe Conte den Gnadenstoß zu geben. Das Gegenteil ist der Fall: Die Regierung, insbesondere der kleinere Koalitionspartner, die Sozialdemokraten, gehen gestärkt aus den Abstimmungen hervor.

Er kann nun nicht mehr ungestüm den großen Populisten-Zampano der Rechten spielen. Auch die interne Konkurrenz wird stärker – vor allem Giorgia Meloni, Vorsitzende der Rechtsaußen-Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens), die trotz ihrer extremen politischen Ausrichtung vom Rowdy-Tum Salvinis abhebt. Fratelli d’Italia hat in allen sieben Regionen dazugewonnen. Salvini benötigte für seinen Weg zur Macht einen Sieg in Florenz und in Apulien, beide Regionen blieben jedoch bei der Linken.

Selbst der größte Wahlerfolg der Lega wird für Salvini zum Problem. In Venetien gewann Gouverneur Luca Zaia mit rund 76 Prozent der Stimmen. Sein sachorientierter Stil steht dem Salvinis konträr gegenüber – der Rowdy kann immer weniger Wähler für sich begeistern.

Politik@ovb.net

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