S-Bahn-Panne Seltsame Informationspolitik KLAUS VICK

S-Bahn-Panne. Seltsame Informationspolitik .

KLAUS VICK

Kummer mit der S-Bahn ist man als Fahrgast gewöhnt. Aber die Panne am Dienstag hatte ein besonderes Ausmaß. Fast einen Tag war der Verkehr auf der Stammstrecke wegen einer Überflutung der Gleise im Hauptbahnhof-Tunnel lahmgelegt. Ärgerlich. Seltsam ist allerdings, dass die Bahn keine Erkenntnisse über die Ursache des Wasserschadens hat. Wird zumindest offiziell behauptet – und gleichzeitig ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dies lässt nur zwei Rückschlüsse zu: Entweder mauert die Bahn bei ihrer Informationspolitik oder sie weiß wirklich nicht, ob nun ein Wasserrohrbruch oder irgendein anderes Leck die Überflutung verursacht hat.

Ersteres wäre im Sinne des berechtigten Interesses der Öffentlichkeit an der Aufklärung des Vorfalls verwerflich. Noch bedenklicher wäre aber, wenn die Bahn wirklich keine Ahnung über den Hergang der Panne hat. Dies ließe erheblich an der Kompetenz des Unternehmens zweifeln. Denn man bedenke: Die Bahn buddelt und bohrt derzeit im Untergrund für den Bau der zweiten Stammstrecke. Ein kompliziertes Mammutprojekt, das Entspannung für den überlasteten Nahverkehr im Großraum München bringen soll. Schon jetzt steht fest, dass der neue Tunnel erst 2028, also zwei Jahre später als ursprünglich geplant, in Betrieb gehen soll. Weitere böse Überraschungen im Baufortschritt sind hier vermutlich noch gar nicht mit eingepreist.

Klaus.Vick@ovb.net

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