Russisches Roulette mit Corona-Impfstoff

Putin lässt Vakzin zu. BARBARA NAZAREWSKA.

Russland hat als erstes Land der Welt einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus zugelassen. Kremlchef Wladimir Putin spricht von einem bahnbrechenden Erfolg – internationale Wissenschaftler sind alarmiert. Zu Recht! Denn wer bei der Entwicklung eines Vakzins nur aufs Tempo drückt und wichtige Testphasen überspringt, spielt russisches Roulette.

Zur Erinnerung: Es dauert in der Regel Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, um einen wirksamen und auch sicheren Impfstoff herzustellen. Denn jedes Vakzin muss bestimmte Versuchsreihen und Tests durchlaufen, bevor es genehmigt und ausgeliefert wird. Im Fall des Impfstoffs „Sputnik-V“ – der Name erinnert an den ersten Satelliten im All, den die Sowjetunion 1957 vor den USA ins All geschossen hatte – stehen aber wichtige Tests noch aus. Und: Weder die Wirksamkeit noch die Nebenwirkungen lassen sich fundiert beurteilen. Es handelt sich also vor allem um einen Propaganda-Schnellschuss – im ungünstigsten Fall auf Kosten der Gesundheit von Menschen.

In Deutschland wäre so ein Vorgehen weder denkbar noch sinnvoll. Die – seriöse – Impfstoffentwicklung geht aber auch hierzulande rasant voran. Und das ist eine gute Nachricht. Denn nur so bekommen wir die Pandemie zeitnah in den Griff.

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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