Runder Tisch zur Artenvielfalt Den Kritiker eingebunden

Runder Tisch zur Artenvielfalt. Den Kritiker eingebunden .

MIKE SCHIER

Die Wahl von Alois Glück als Moderator des Runden Tisches zur Artenvielfalt ist ein cleverer Zug von Markus Söder. Nicht nur, weil Glück – obwohl CSU-Politiker – unter Naturschützern als akzeptierter Ansprechpartner gilt, sondern auch, weil er schon vor der Wahl die offene Flanke seiner Partei auf diesem Feld thematisiert hatte. Der eher bedeutungsschwere Glück ist generell kein Freund des manchmal flapsigen Söder. Aber wer Kritiker einbindet, stellt sie zumindest vorübergehend ruhig.

Zugleich birgt Söders Versuch, sich nach dem wirklich beeindruckenden Erfolg des Begehrens einfach an die Spitze der Bewegung zu stellen, Risiken. Stichwort Glaubwürdigkeit. Söder selbst hatte einst mit dafür gesorgt, die damalige Umweltministerin Ulrike Scharf auflaufen zu lassen, als die sich zu sehr mit Positionen der Naturschützer identifizierte. Erst seit dem Wahlerfolg der Grünen mutiert Söder zum Ober-Öko, während sich seine Landtagsfraktion als weniger flexibel erweist. Glück muss also auch innerparteiliche Gräben kitten.

Wie groß sein Spielraum als Moderator wirklich ist, bleibt ohnehin offen. Denn eigentlich hat Bayern schon jemanden, der sich von Amts wegen um das Thema kümmert: den Umweltminister von den Freien Wählern.

Mike.Schier@ovb.net

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