Der Rumms nach dem Wumms

Scholz im Sog von Wirecard. KLAUS RIMPEL.

Olaf Scholz versprach uns, mit „Wumms“ aus der Krise zu kommen. Dieses prägnante Zitat, aber auch die ruhige, besonnene Art, mit der er im Corona-Chaos mit den Milliarden jongliert, ließen die Beliebtheitswerte des SPD-Politikers zuletzt steigen. Und der Mann, der von der eigenen Parteibasis als nicht gut genug für den SPD-Vorsitz eingestuft wurde, steht plötzlich wieder als der natürliche Kandidat für die SPD-Kanzlerkandidatur da.

Derzeit scheint Scholz wirklich der Einzige zu sein, der für die SPD ins Rennen gehen könnte, ohne für spöttische Reaktionen der Konkurrenz zu sorgen: Der Vize-Kanzler ist ein politisches Schwergewicht, den jeder Unions-Kanzlerkandidat als Gegner ernst nehmen muss.

Umso bitterer ist es da für die Genossen, dass ihr letzter Joker nun von einer Affäre überrollt zu werden droht, die in der Geschichte der Bundesrepublik einzigartig ist: dem Wirecard-Skandal. Nur scheibchenweise rückt das Bundesfinanzministerium mit den Informationen darüber heraus, wer was wann über das bizarre Geschäftsgebaren des Dax-Unternehmens wusste. Dass Scholz schon vor eineinhalb Jahren über die Ermittlungen der Finanzaufsicht zu den Marktmanipulationen bei Wirecard informiert war, wirft Fragen auf: Hätte sein Ministerium den Milliardenbetrug der Aschheimer Firma früher stoppen können? Ein möglicher Wirecard-Untersuchungsausschuss könnte die Kanzlerambitionen von Wumms-Scholz mit Rumms begraben.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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