Meinung

Rufe nach Stufenplan für ein Ende des Lockdowns: Die Menschen brauchen eine Perspektive

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  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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Nanu, der Bayerische Landtag gibt ein Lebenszeichen von sich! Nach lokal differenzierten Stufenkonzepten für erste Lockerungen rufen die Abgeordneten, übrigens aller Parteien. Gut so!

Die Demokratie hält es auf Dauer nicht aus, wenn Kungelrunden von Ministerpräsidenten und Kanzlerin, beraten von einer kleinen Gruppe handverlesener Virologen, die allesamt den Kurs des Kanzleramts stützen, einsam über schwerste, monatelange Einschränkungen der Freiheitsrechte beschließen.

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So wie die Kölner Silvesternacht einst die Willkommenskultur beendete, nagt seit dem Impfschock der Zweifel an der Weitsicht der Coronapolitik. Die Stimmung kippt. Dabei darf nicht vergessen werden, dass wir uns diesen Unmut auch deshalb erlauben können, weil wegen der Maßnahmen die Infektionszahlen sinken und sich erste Erleichterung breitmacht. Schon klar: Ein Ende des Lockdowns wird es nicht auf die Schnelle geben können. Dafür ist das Virus noch zu virulent.

Eine Null-Covid-Strategie hält unsere Gesellschaft nicht aus

Aber wichtig ist, dass die erschöpften Bürger endlich eine Ausstiegs-Perspektive erkennen. Und dass klare, für alle nachvollziehbare Lockerungs-Kriterien an die Stelle von Ad-hoc-Entscheidungen nach dem Gusto des jeweiligen Landeschefs treten. Auch wenn man den Regierenden ehrenwerte Motive unterstellen darf: Eine Null-Covid-Strategie im Winter hält unsere Gesellschaft nicht aus. Sie wäre unbezahlbar, finanziell und sozial, und zum Scheitern verurteilt, weil zu viele nicht mehr mitziehen und wir mit offenen Grenzen leben.

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Aber die Mutante!, rufen jetzt wieder einige. Richtig ist, dass wir das genau beobachten müssen. Aber richtig ist auch: 4000 Corona-Mutationen kursieren schon jetzt. Mühelos ließen sich täglich neue Schreckensszenarien entwerfen, auf deren Basis der Lockdown bis zum St.-Nimmerleins-Tag verlängert werden müsste, weil immer neue Variationen uns bedrohen. So viel Macht über unser Leben dürfen wir dem Virus nicht geben.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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