Rückschlag für Salvini Abgesänge kommen zu früh

Rückschlag für Salvini. Abgesänge kommen zu früh .

MIKE SCHIER

Nach allem, was man von und über Matteo Salvini hört, hält sich der Chef der rechtsradikalen Lega für einen besonders cleveren Strategen. Tatsächlich aber hat sich der italienische Draufgänger am Wochenende bei der Wahl in der Region Emilia-Romagna bereits zum zweiten Mal blamiert. Erst sprengte er das nationale Populisten-Bündnis mit der linken Fünf-Sterne-Bewegung im Kalkül, nach Neuwahlen selbst die Macht in Rom zu übernehmen. Doch er flog damit genauso auf die Nase wie beim jetzigen Versuch, die Regionalwahl in der eher linken Region zu einer Art Volksabstimmung für ganz Italien zu deklarieren. Neuwahlen sind vorerst vom Tisch.

Der Triumphzug Salvinis ist damit zunächst einmal gestoppt – und doch kämen Abgesänge zu früh. Landesweit ist seine Lega weiter eine starke Kraft, die Aufwind bekommen könnte, sollte sich der Flüchtlingsstrom durch eine Eskalation der Lage in Libyen wieder verstärken.

Ob er eine neue Chance bekommt, liegt ausgerechnet in der Hand seiner Gegner: Das brüchige Bündnis aus Sozialdemokraten und Linken hat durch die Regionalwahl Zeit gewonnen. Zeit, die es nun nutzen müsste, um angesichts der wirtschaftlichen Probleme endlich zu gestalten. Bislang blockieren sich die Partner gegenseitig, weil sie in vielen Fragen keinen gemeinsamen Nenner finden. Skepsis bleibt angebracht, zumal bei den Fünf Sternen nach schlechten Wahlergebnissen Panik herrscht. Gut möglich, dass sie Salvini eher neue Vorlagen liefern.

Mike.Schier@ovb.net

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