Ringen um den CDU-Vorsitz Laschet hat am meisten zu verlieren

Ringen um den CDU-Vorsitz. Laschet hat am meisten zu verlieren .

GEORG ANASTASIADIS

Mehr als eine Woche ist vergangen, seit Annegret Kramp-Karrenbauer ihrer einstigen Mentorin Angela Merkel den Parteivorsitz vor die Füße geworfen hat. Das Chaos ist seither nicht kleiner geworden. Einen Zeitplan zur Wahl des neuen Chefs gibt es noch immer nicht, ebenso wenig ein Verfahren. Dafür umso mehr Bewerber aus NRW. Dass nun auch der Bonner Norbert Röttgen seinen Hut in den Ring geworfen hat, ist vor allem für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ein Problem: Er hat seinen Landesverband erkennbar nicht im Griff, jedenfalls nicht geschlossen hinter sich. Auch das an das Trio Laschet/Merz/Spahn gerichtete Konzept „einigt euch“ ist mit Röttgens Initiativbewerbung über den Haufen geworfen.

Laschet taktiert und laviert. Das entspricht seinem vorsichtigen Naturell, ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass er am meisten zu verlieren hat: Tritt er an und unterliegt parteiintern gegen Merz, ist er in der CDU erledigt. Tritt er an und unterliegt in der Bundestagswahl gegen Habeck, gilt dasselbe. Tritt er an und gewinnt erst gegen Merz und dann gegen Habeck, droht die von ihrem Regenten im Stich gelassene CDU-Bastion NRW bei der Landtagswahl 2022 an Grün-Rot zu fallen.

Laschet agiert halbherzig. Merz mit vollem Risiko. Das könnte am Ende den Unterschied machen. Bis jetzt hat sich die CDU noch immer nach ihrem stärksten Magneten ausgerichtet, nicht nach zweien oder dreien. Dass Laschet dieser mächtige Magnet ist, würden wohl nicht mal ihm wohlgesonnene Parteifreunde behaupten.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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