Richtungswahl bei der SPD Dreamteam?

Richtungswahl bei der SPD . Dreamteam? Nicht in Sicht .

ALEXANDER WEBER

Wohin steuert die SPD? Die Marathonwahl um die Parteispitze – die Genossen sind nach 23 Regionalkonferenzen, zwei Abstimmungswochen und zwei Monaten Zeitverlust erst in Runde zwei (!) von drei Inthronisierungsetappen– wird immer mehr zum Duell um die Große Koalition. Denn die beiden Teams, die die Nase vorn haben, unterscheiden sich vor allem in dieser Frage: Soll die Koalition mit CDU und CSU weitergeführt werden, wie Olaf Scholz und seine Partnerin Klara Geywitz wollen? Oder gibt es einen Linksruck zu Rot-Rot-Grün, wie der „Robin Hood“ der Linken, Norbert Walter-Borjans, und Saskia Esken es anstreben? Die SPD steht vor einer Richtungswahl.

Der Jubel, mit dem sich die Partei Willy Brandts gerade selbst überhäuft, ist für neutrale Beobachter schwer nachvollziehbar. Das Einbeziehen der Basis hat nur die Hälfte der Parteimitglieder zum Wählen mobilisiert – ein Dream-Team ist in den Augen der Genossen offenbar nicht dabei. Selbst der Favorit, Olaf Scholz, hat es nur knapp als erster über die Ziellinie geschafft – von Autorität und Ansehen eines Vizekanzlers ist nichts zu spüren. Und seine Partnerin Klara Geywitz hat ihre Anziehungskraft bei den Bürgern gerade unter Beweis gestellt, in dem sie in Brandenburg ihr Landtagsmandat verlor. Die Schwarmintelligenz der Basis brachte der SPD übrigens schon einmal kein Glück: In den 90er-Jahren trat Rudolf Scharping gegen die Linke Heidemarie Wieczorek-Zeul und einen gewissen Gerhard Schröder an. Scharping gewann. Der falsche Kandidat.

Alexander.Weber@ovb.net

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