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MEINUNG

Vor dem Corona-Gipfel: Richtige Richtung, strittige Details

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  • Mike Schier
    VonMike Schier
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Die gute Nachricht vorweg: Vor dem heutigen Bund-Länder-Gipfel zu Corona ist Vernunft eingekehrt. Das Papier, das als Arbeitsgrundlage dient, atmet einen weit realistischeren Geist als manche Äußerung von Hardlinern wie Angela Merkel oder Markus Söder, die nach dem letzten Gipfel zu hören waren.

Eine von den No-Covid-Befürwortern angepeilte Inzidenz von 10 wird angesichts der Mutationen auf absehbare Zeit unerreichbar bleiben – und ein harter Dauer-Lockdown wäre weder der Bevölkerung noch der Wirtschaft auf Dauer zumutbar gewesen. Gleichzeitig müssen auch die Lockerungen mit Augenmaß betrieben werden: Corona ist leider nicht vorbei, nur weil wir alle keine Lust mehr darauf haben.

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Dennoch scheint es schwer vorstellbar, dass die Beschlussvorlage die Beratungen eins zu eins übersteht – und das nicht nur, weil sie keine Zeile zu Schulen enthält. Der Teufel steckt in den Details, von denen es nur so wimmelt. So scheint die Regelung für „Click and meet“ (wer spricht eigentlich so?) furchtbar kompliziert.

Man fragt sich auch, warum Buchläden plötzlich zum „Einzelhandel des täglichen Bedarfs“ gehören, man sich aber nach drei Monaten Ladenschließung noch immer keine neuen Unterhosen kaufen darf. Und schließlich ist trotz aller Schnelltestpläne weiter die Inzidenz das einzige Kriterium: Eine Öffnung der Außen(!)gastronomie erst nach 14 Tagen unter 35 widerspricht dem Bild, das sich in diesen Sonnentagen bietet. Die Menschen sitzen so oder so beisammen – nur halt ohne Hygienekonzept.

Mike.Schier@ovb.net

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