Richtig und überfällig

Ausweitung von Corona-Tests . SEBASTIAN HORSCH.

Ministerpräsident Markus Söder will die Zahl der Corona-Tests in Bayern deutlich ausweiten. Besonders um das Personal in Kliniken und Altenheimen zu schützen, sollen bald alle Kapazitäten ausgenutzt werden. Endlich.

Längst wäre mehr gegangen. Das zeigen Zahlen aus dem Gesundheitsministerium. Innerhalb von nur 20 Tagen hat Bayern demnach zuletzt auf die Durchführung von fast 200 000 theoretisch möglichen Tests verzichtet. Die Kapazitäten waren da. Doch weil viele Labore den Gesetzen der Marktwirtschaft unterliegen, läuft auch dort ohne Geld nichts. Und wer Tests bezahlen muss, wenn keine Symptome vorliegen, war lange ungeklärt. Auch Söders Regierung wollte sich in dieser Frage offenbar nicht zu früh bewegen. Seit letzter Woche ist nun klar: Das Bundesgesundheitsministerium kann die Krankenkassen zwingen, die Kosten für Tests zu übernehmen – auch ohne Symptome. Für welche Berufsfelder Jens Spahns Ministerium das anordnet, gibt es wohl nächste Woche bekannt. Dann will auch Söder den Befehl erteilen, in Bayern alle Test-Kapazitäten zu nutzen.

Keine Frage: Diese Entscheidung ist gut. Allerdings ist sie auch überfällig. Wäre Bayern bei den Kosten bereits in Vorleistung gegangen, hätte man früher in Heimen und Kliniken Klarheit schaffen können – für Patienten und Personal. Gerade für letztere wäre das auch ein Zeichen gewesen, dass der Freistaat im Ernstfall in ihre Gesundheit investiert. Auch dann, wenn es ihn selbst etwas kostet. Eine Wertschätzung, die Pflegekräften und Ärzten mehr bedeutet hätte als Applaus.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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