Reiters Sieg in München Die Zeichen stehen auf Grün-Rot

Reiters Sieg in München. Die Zeichen stehen auf Grün-Rot .

KLAUS VICK

Es war eine außergewöhnliche Wahl mit dem erwarteten Ausgang: Münchens Rathauschef Dieter Reiter (SPD) hat sich gegen seine Herausforderin Kristina Frank (CSU) in der Stichwahl klar durchgesetzt. Populär in der Bevölkerung war Reiter schon, ehe Corona das öffentliche Leben weitgehend lahmlegte. Und dass er nun zum Gesicht des Münchner Krisenmanagements wurde, spielte dem Sozialdemokraten erst recht in die Karten. Die junge Kommunalreferentin Kristina Frank hatte da kaum Chancen sich zu profilieren.

Ein positives Signal sendeten auch die Münchner Bürger: Ja, unsere Demokratie funktioniert auch in der Krise. Mit einer Wahlbeteiligung von rund 60 Prozent war angesichts der klaren Favoritenstellung Reiters nicht zu rechnen. Vor zwei Wochen, als man noch im Wahllokal abstimmen konnte, waren es nur 49 Prozent.

Im Rathaus steuert nun alles auf ein rot-grünes Bündnis zu. Die Grünen wurden vor 14 Tagen mit 29,1 Prozent (inklusive Rosa Liste 30,1 Prozent) zur stärksten Kraft gewählt, die SPD holte 22,0 Prozent. Das reicht für eine solide Mehrheit, zumal wohl auch noch der Vertreter der paneuropäischen Partei Volt mit ins Boot genommen wird. Die Linke braucht man in München jedenfalls gar nicht zur Regierungsbildung. Die Option Schwarz-Grün ist indes unwahrscheinlich. Erstens sind die beiden Parteien vor allem in der Verkehrspolitik meilenweit voneinander entfernt. Zweitens wäre eine schwarz-grüne Regierung mit einem roten OB blanker politischer Unfug.

Klaus.Vick@ovb.net

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