Regionales Problem – regionale Antwort!

Lockdowns gegen Corona. ALEXANDER WEBER.

Die Corona-Pandemie hat Europa in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet: Für mehr Unabhängigkeit in existenziellen Fragen wie Medikamenten, ärztlicher Versorgung oder Vorratslagerung; die Sensibilität von Produktionsketten in Krisen; oder die Verwundbarkeit unserer Unternehmen durch feindliche Übernahmen. Vor allem aber: für einen besseren Blick auf das alltägliche Leben innerhalb Europas anno 2020. Es ist mittlerweile in vielerlei Hinsicht so grenzübergreifend verwoben und verzahnt, wie es Adenauer, de Gaulle, de Gasperi – und wie die Gründerväter des vereinten Europas alle hießen – in ihren kühnsten Träumen wohl kaum erwartet hatten.

Dieser „European way of life“ erfordert aber auch andere Antworten, als man sie aus der Vergangenheit kennt. Die anfängliche, geradezu reflexhafte Reaktion der Regierungen, auf regionale Epidemie-Herde mit nationalen Grenzschließungen zu reagieren, ist ein Beispiel. So, wie man nun in Nordrhein-Westfalen nicht das ganze Bundesland, sondern die Corona-Landkreise Gütersloh und Warendorf unter Quarantäne stellt, hätte man dies bei Ausbruch der Krise mit der Lombardei und der Region um Ischgl tun müssen. Stattdessen schloss man zwar die nationalen Grenzen und brachte damit wichtige Wirtschafts-, Waren- und Arbeitskräfteströme zum Erliegen, verhinderte aber nicht, dass die rückkehrenden Urlauber das Virus importierten und weiterverbreiteten.

Alexander.Weber@ovb.net

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