Reform im Erzbistum Mutig weitermachen CLAUDIA MÖLLERS

Reform im Erzbistum. Mutig weitermachen .

CLAUDIA MÖLLERS

Klerikalismus, Männerbünde in der Kirche, Reformstau: Es sind nicht gerade positive Schlagzeilen, die die katholische Kirche im Zusammenhang mit den Missbrauchsverbrechen produziert hat. Das Erzbistum München und Freising schafft nun aber mit einer Entscheidung Fakten, die in die richtige Richtung zeigen. Künftig soll ein Laie – vielleicht sogar eine Frau – Amtschef im Ordinariat werden. Daneben wird es einen Priester für theologische und inhaltliche Fragen geben. Der bisherige Generalvikar Peter Beer bekommt eine neue Aufgabe.

Kardinal Reinhard Marx setzt ein wichtiges Zeichen: Die Mitverantwortung der Laien ist nicht nur fromme Sonntagsrede, sondern wird an der Spitze des Erzbistums umgesetzt. Bravo! In der katholischen Kirche setzt sich offenbar endlich die Erkenntnis durch, dass professionell ausgebildete Männer und Frauen im Laienstand durchaus qualifiziert sind für kirchliche Führungspositionen. Die Priesterweihe ersetzt nun mal keine Fachkenntnis in Verwaltung.

Verwaltungsreformen sind gut und notwendig. Was die katholische Kirche aber braucht, sind tiefer greifende Veränderungen. Die Abschaffung des Pflichtzölibats, eine Neudefinition der Sexualmoral und die Gleichstellung von Männern und Frauen bleiben auf der Tagesordnung. Glaubwürdigkeit und Authentizität kann die katholische Kirche nur zurückgewinnen, wenn sie diese drängenden Fragen mutig anpackt. Hoffentlich bleibt sie nicht auf halber Strecke stehen.

Claudia.Moellers@ovb.net

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