Raser-Autobahn A 95 Nötig sind mehr Kontrollen DIRK WALTER

Raser-Autobahn A 95. Nötig sind mehr Kontrollen .

DIRK WALTER

Freie Fahrt für freie Bürger – dieser Slogan aus den 1980er-Jahren klingt, zumal im Umfeld der Klimadebatte, hoffnungslos veraltet. Und doch ist er auf der Garmischer Autobahn A 95 ehernes Gesetz. Die A 95 ist bis auf ganz wenige Ausnahmen nachts eine Autobahn ohne Tempolimit – was mancher unliebsamer Zeitgenosse als Einladung zum Rasen missversteht. Auf der Internet-Plattform Youtube gibt es das Video eines angeberischen Porsche-Fahrers, der von München bis Autobahnende Eschenlohe nur 18 Minuten benötigt – Höchstgeschwindigkeit 318 km/h! Auch im Ausland hat die Autobahn als Raser-Eldorado einen traurigen Ruf.

Problem erkannt – aber was kann man tun? Solange es kein nationales Tempolimit gibt, sind den Behörden streng nach dem deutschen Verkehrsrecht die Hände gebunden: Trotz einiger schwerer Unfälle in jüngster Zeit hat die Autobahn keinen örtlichen Unfallschwerpunkt, der zumindest stellenweise ein Tempolimit rechtfertigen würde. Die Unfälle passieren mal hier, mal dort. Dennoch ist Nichtstun zu wenig. Was bleibt, sind verstärkte Kontrollen durch die Polizei. Es gilt nämlich immer die Regel, dass die Geschwindigkeit auch auf einer Straße ohne Tempolimit abhängig von der aktuellen Situation (Nebel, Nässe, Abstand) stets „angepasst“ sein muss. Das bietet durchaus Handhabe zum Einschreiten gegen rücksichtslose Raser.

Dirk.Walter@ovb.net

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