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Radikalisierte Klimaproteste: Auf dem Weg in den Extremismus
- VonChristian Deutschländerschließen
Im Schatten des Ukraine-Kriegs rutschen Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf der deutschen Agenda ein dickes Stück nach unten. Es sind spektakuläre Rückschritte, etwa wenn Dreckschleuder-Kraftwerke wieder angeworfen werden. Es sind schleichende Rückschritte, etwa wenn sich die Konsumenten weniger Bio-Produkte leisten können.
Am Ende mag die (späte) Lehre der schnellen Abkehr von fossilen Energien stehen. Doch vorerst justieren Politik und Bürger eilig Prioritäten neu. Jetzt bewahrheitet sich eben, dass Klima- und Umweltschutz nur mit Stabilität und Wohlstand funktionieren, nicht dagegen.
Das ist eine ernüchternde Erkenntnis für jene, die Klimaschutz absolut setzten. Frust darüber speist die Protestwelle der „Letzten Generation“. Das dient als Erklärung, aber nicht als Rechtfertigung für die Radikalisierung. Es war von Anfang an illegitimer Protest, Straßen zu blockieren, Pendler und Transporte zu stoppen, also Teile der Gesellschaft, die sich dummerweise ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen. So wie es Aktivisten nicht kreativer macht, sich an Kunstwerke zu kleben.
Nun, weil das Echo gering und negativ blieb, droht die nächste Stufe der Eskalation: Sabotage-Drohungen, Gerede von der „grünen RAF“. Das ist nicht die niedlich klingende „Verbreiterung der Protestform“ – sondern eine neue Form von Extremismus. Die Klimabewegung hätte sich davon längst klar distanzieren müssen, das kostet „Friday“ und andere enorm Sympathien und schadet dem wichtigen Anliegen. Polizei und Justiz sollten früher und härter einschreiten, statt Selbstjustiz und Rechtsbruch als gut gemeintes Bagatelldelikt misszuverstehen.