Meinung

Die Angst vor Alexej Nawalny: Unruhe wächst bei Russlands Präsident Putin

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Sein größter Kritiker Alexej Nawalny scheint für Wladimir Putin zum immer größeren Problem zu werden. Dabei nimmt es lächerliche Züge an, wenn der Kremlherrscher versucht, die Popularität seines Gegners herunterzuspielen, indem er nie dessen Namen ausspricht, ihn nur den „Berliner Patienten“ nennt.

Die repressiven Reaktionen der Sicherheitskräfte auf die landesweiten Demonstranten sind der sprechende Beweis seiner Unruhe. Aber warum fürchtet der Autokrat ihn?

Im In- und Ausland kann Putin niemand hindern, Wahlen zu fälschen, um die für sein Wunschergebnis fehlenden Stimmen einzusammeln. Durch eine vom ihm diktierte Verfassungsänderung hat er sich die Präsidentschaft bis 2036 gesichert. Seinen Nachfolger kann er genauso freihändig aussuchen wie den Zeitpunkt dafür. Jüngst hat ihm sein Abnick-Parlament Immunität bis ans Lebensende kredenzt.

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Außerdem wälzt er immer mehr Entscheidungen ab. So müssen sich die Gouverneure mit den Corona-Einschränkungen herumschlagen. Ihn treibt aber wohl die Angst vor sinkenden Zustimmungswerten um.

Sicher drohen nicht Verhältnisse wie in Belarus mit monatelangen Demos. Aber Alleinherrscher neigen, je länger sie regieren, zu wachsender Paranoia. Damit reiht sich der „Opi aus dem Bunker“ (Nawalny über Putin) in eine lange Reihe einsamer Machtmenschen ein, die mit immer mehr Tempo in eine politische Einbahnstraße rasen.

Bernd.Kreuels@ovb.net

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