Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Meinung

Putins Bomben fallen auf die Ukraine: Deutschland wacht in einem neuen Europa auf

Georg Anastasiadis online rahmen
+
Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    VonGeorg Anastasiadis
    schließen

Das Haus Europa steht in Flammen: Deutschland wachte am Donnerstag nicht aus einem Alptraum, sondern in einer neuen Realität auf.

Es ist nur ein paar Tage her, da gingen die meisten Deutschen schlafen in der Gewissheit, ihr einziger Feind sei der Klimawandel. Und ein paar unentwegte Friedensbewegte gab es, die ihre Fahnen gegen die immerwährende „Kriegstreiberei“ des Westens schwenkten. Vor der Gefahr, die sich im Osten zusammenbraute, verschloss dieses Deutschland die Augen. Seit Donnerstagfrüh steht das Haus Europa in Flammen, angezündet von einem ruchlosen und lügnerischen Diktator. Unschuldige Menschen werden in diesem Feuer ihr Leben verlieren. Putin ist das egal.

Nie klang der – im Grunde ja richtige – Glaubenssatz „Frieden und Sicherheit gibt es nur mit Russland“ so hohl, weil die, die ihn ständig bemühen, in Wahrheit nur auf Beschwichtigung des expansionsdurstigen Kremlchefs setzten. Naiver Pazifismus verhindert keine Kriege, sondern beschwört sie herauf. Wo ist sie denn, die Friedensbewegung, jetzt da Bomben auf die Ukraine regnen? Zum Dialog gehört untrennbar die Abschreckung. Die SPD von Willy Brandt und Helmut Schmidt wusste das noch, als sie 1979 den Doppelbeschluss zur Nato-Nachrüstung durchsetzte. Doch die aktive (Schlaf-)Mützenich-Politikergeneration träumt(e) vom Ende der Geschichte, dem Rauswurf Amerikas, einer Europäischen Verteidigungsunion, die aber nichts kosten darf, schon gar nicht zwei Prozent des Haushalts. Dass Russland sich nicht um Europas Hausregeln schert, Gegner einkerkern oder mitten in Berlin ermorden ließ, tat der Party keinen Abbruch. Statt um reale Gefahren kümmerte sich Deutschland hingebungsvoll um vermeintliche (Atom), lieferte sich unbekümmert dem Gas-Zaren aus.

Nach dem Überfall auf sein zweitgrößtes Land brennt es lichterloh im Haus Europa, aber die EU hat keine Feuerwehr. Unsere Freiheit und Sicherheit verteidigen können allein die vielgeschmähten Amerikaner. Der Westen wird Krieg nicht mit Krieg beantworten, aber er kann Putin vollständig isolieren. Er muss sich neu rüsten, sich aus der Gas-Abhängigkeit lösen, die das diebische Oligarchensystem um Putin mästet und ihm den Terror gegen die Nachbarn finanziert. Am Donnerstag wachte Deutschland auf. Leider nicht aus einem Albtraum. Sondern in einer neuen Realität, in der nichts mehr so ist und sein wird, wie es war. Unsere Gedanken aber sind bei den Menschen in der Ukraine.

Georg Anastasiadis@ovb.net 

Kommentare