Meinung

Frauenpolitik der Union: Prävention gegen die Grünen

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Mit ihrer Forderung nach einer Frauenquote in Unternehmen sitzt die Union im Glashaus: Erst vor einem Jahr hatte die CSU-Führung beim Parteitag mit ihrem Plan Schiffbruch erlitten, im eigenen Laden eine Quote einzuführen.

Es gab harsche Worte und viele Verletzungen – und für Markus Söder die Erkenntnis, dass selbst der stärkste Vorsitzende seiner Partei den progressiven Kurs nicht einfach überstülpen kann. Auch in der CDU wabert das Thema, Friedrich Merz ist kein Freund der Quote.

Dass die Union die schwierige Quote trotzdem so forciert, hat einen simplen Grund: Man will den Grünen keine Vorlage liefern, die Wahl im September zur gesellschaftspolitischen Abstimmung über „Zukunft gegen Vergangenheit“ zu stilisieren. Und weil die wenigsten Frauen zu den Einkommensmillionären der Vorstandsetagen gehören, schnürt man ein Paket für alle. Viel zu lange spielten Alleinerziehende im konservativen Gesellschaftsmodell keine Rolle – mit Folgen fürs Armutsrisiko.

Diese Ausweitung des Pakets ist ein cleverer Zug: Wo die Quote vielen als Einmischung in die wirtschaftliche Freiheit erscheint, ist die Förderung von Familien und Alleinerziehenden schwer zu kritisieren. Und wenn der konservative Alexander Dobrindt den Vorreiter gibt, könnte diesmal sogar die skeptische Basis im Boot sein.

Mike.Schier@ovb.net

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