Polizisten müssen tabu sein

Gewaltausbruch in Stuttgart. SEBASTIAN HORSCH.

Die Bilder aus Stuttgart sind heftig. Auf Handyvideos sieht man junge Männer, die randalieren und plündern. Wenn die Polizei kommt, greifen sie an. Einsatzwagen werden mit Steinen beworfen, ein Polizist wird brutal getreten. Es scheint keine Hemmschwelle zu geben.

Wer in letzter Zeit mit Polizei-Vertretern spricht, hört immer wieder, dass sich seit einigen Jahren etwas verändert. Die Gewaltbereitschaft gegenüber den Ordnungshütern nimmt zu. Teils aus nichtigen Anlässen werden Beamte brutal angegriffen – so nehmen sie selbst es wahr. Und nicht nur Polizisten sind betroffen. Selbst Sanitäter oder Feuerwehrleute werden immer wieder im Einsatz attackiert. Die Täter sind meist männlich und oft alkoholisiert oder auf Drogen. Laut der Gewerkschaft der Polizei stammen sie aus allen Gesellschaftsschichten und tragen sämtliche Staatsangehörigkeiten. Dass sie alle vor der Staatsmacht offensichtlich wenig Respekt haben, mag also verschiedene Gründe haben. Einer liegt aber sicherlich darin, dass sie zu selten harte Konsequenzen für ihre Taten erfahren.

Polizisten und Einsatzkräfte müssen tabu sein. Wer sie angreift, muss Folgen spüren, sonst verspielt der Staat seine Autorität. Dass die Strafen für solche Taten gerade erst verschärft wurden, ist somit ein richtiges Zeichen. Es nützt nur leider wenig, solange das mögliche Strafmaß von der Justiz in vielen Fällen nicht ausgenutzt wird.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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