Plan gegen Krise der Bahn Eine billige Inszenierung

Plan gegen Krise der Bahn. Eine billige Inszenierung .

DIRK WALTER

Es kam, wie es wohl kommen musste: Auf die andauernden Klagen über die Bahn reagiert Bundesverkehrsminister Scheuer mit einer Inszenierung: Nach zwei Frühstücken mit dem Bahnvorstand wird ein eilig zusammengeschusterter Fünf-Punkte-Plan präsentiert. Und nun sollen sich die Bahnkunden gefälligst wieder beruhigen. Mit Verlaub: Das ist etwas billig. In den Details ist dieser „Plan“ schlicht unglaubwürdig. Das fängt an beim Versprechen, die Pünktlichkeit des Fernverkehrs 2019 aufs Komma genau um 1,6 Prozentpunkte zu steigern, und hört noch lange nicht auf bei der Ankündigung, in diesem Jahr 22 000 Lokführer und Fahrdienstleiter einzustellen – Fachpersonal, das es einfach nicht gibt.

Scheuer wie auch Bahn-Chef Lutz haben einen wesentlichen Punkt bisher nicht beantwortet: Wie bekommt die Bahn mehr Geld? Es reicht nicht aus (auch wenn es richtig wäre), die britische Tochter Arriva zu verkaufen. Dies würde als Einmaleffekt vielleicht zwei, drei Milliarden in die Kassen spülen. Aber nie und nimmer wäre damit die versprochene Verkehrswende zu finanzieren. Eine wirkliche Wende ist langfristig nur möglich, wenn Bund und Länder mehr Geld Richtung Bahn lenken und damit Engpässe auf der Schiene beseitigt werden, was Jahre dauern wird. Möglicherweise wird dafür auch der üppige Straßenbauetat bluten müssen. Ob die Politik angesichts der vielen Staus den Mut dazu hat, bleibt abzuwarten. Erst mal dürfte weiter gestümpert werden. Es soll ja noch ein drittes Frühstück geben.

Dirk.Walter@ovb.net

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