Pisa-Studie Alarmismus fehl am Platz DIRK WALTER Nein, Alarmismus wäre die falsche Reaktion auf die jüngste Pisa-Studie.

Pisa-Studie. Alarmismus fehl am Platz .

DIRK WALTER

Nein, Alarmismus wäre die falsche Reaktion auf die jüngste Pisa-Studie.Einen Schock, wie die erste Studie vor bald 20 Jahren, lösen die Testergebnisse nicht aus. Deutschlands Schüler – die einzelnen Bundesländer werden ja leider nicht gemessen – liegen trotz leichter Leistungsrückgänge über dem Durchschnitt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass die Schulen in den vergangenen Jahren viele Zuwandererkinder aufgenommen haben. Die Bemühungen, ihren Leistungsstand zu heben, sind enorm. Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Mühe – allen voran die Deutschförderung – zahlt sich aus. Hier darf nicht gekürzt werden.

Es lohnt sich, die Pisa-Studie zwischen den Zeilen zu lesen. Befund eins: Keine Bange vor China. Zwar sind chinesische Provinzen bei der Pisa-Leistung den westlichen Industrieländern weit voraus. Doch die Pisa-Studie ist an dieser Stelle nicht ehrlich: Die Zahl der nicht gewerteten Ergebnisse aus Macao, Shanghai und anderen Schüler-Drill-Staaten ist traditionell ebenfalls hoch. Es ist ein Fehler, dass die Pisa-Macher diese Schummelei durchgehen lassen. Befund zwei: Besorgniserregend ist aber in der Tat, dass die Elementarkompetenz im Lesen nachlässt. Ein Fünftel der deutschen Schüler ist lese-schwach, bei den nicht-gymnasialen Schulen steigt der Wert sogar auf 29 Prozent. Mehr als die Hälfte (!) aller Schüler gibt an, keine Freude am Lesen zu haben, nur ein Viertel bezeichnet Lesen als Hobby. Wenn das nicht mit dem uferlosen Konsum von Smartphone und (fatalerweise vom Staat auch noch mit Millionensummen geförderten) Computerspielen („Games“) zusammenhängt – mit was denn dann?

Dirk.Walter@ovb.net

Kommentare