Pflegende Angehörige Hilfsangebote sichtbar machen

Pflegende Angehörige. Hilfsangebote sichtbar machen .

SEBASTIAN HORSCH

70 Prozent der Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt. Gleichzeitig stehen 21 000 der Bayern, die sich um sie kümmern, kurz davor aufzugeben. Denn auf pflegenden Angehörigen lastet täglich ein enormer Druck.

Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Noch immer sind es zwar meist Frauen ab 50, die Angehörige pflegen. Doch anders als früher sind immer mehr von ihnen heutzutage selbst berufstätig und die Familien oft auf ihr Einkommen angewiesen. Und auch, wenn sie nicht (mehr) arbeiten, stehen Pflegende täglich einer enormen körperlichen und psychischen Belastung gegenüber. Dazu kommt – gerade am Anfang – oft ein kräftezehrender Irrlauf durch den Antrags-Dschungel von Ämtern und Kassen. Und da mit den Pflegebedürftigen auch die Pflegenden immer älter werden, können zunehmend mehr Angehörige die Versorgung in den eigenen vier Wänden nur noch mit professioneller Hilfe bewältigen. Hier aber lauert das nächste Problem: Die ambulanten Pflegedienste leiden unter Fachkräftemangel. Mehr als jeder vierte Dienst in Bayern musste Anfragen ablehnen.

Bei all diesen und vielen weiteren Herausforderungen steht Angehörigen oft Hilfe zu, von der viele gar nichts wissen. Statt sie selbst danach suchen zu lassen, sollten sie von Politik und Gesundheitswesen darauf gestoßen werden. Beim Arzt, beim Behördenbesuch oder wenn sie einen Antrag bei der Pflegeversicherung stellen.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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